Autor: Pfarramt

2. Sonntag nach Trinitatis (13.06.21)

Predigt über 1. Kor 14,1-4 am 2. So.n.Tr. (13.06.2021)
Pfarrerin Deborah Martiny

Der Predigttext für heute steht im 1. Brief an die Korinther. Der Apostel Paulus schreibt:

Bleibt unbeirrt auf dem Weg der Liebe! Strebt nach den Gaben, die der Heilige Geist schenkt – vor allem aber danach, als Prophet zu reden. Wer in unbekannten Sprachen redet, spricht nicht zu den Menschen, sondern zu Gott. Denn niemand versteht ihn. Was er unter dem Einfluss des Geistes sagt, bleibt vielmehr ein Geheimnis. Wer dagegen als Prophet redet, spricht zu den Menschen. Er baut die Gemeinde auf, er ermutigt die Menschen und tröstet sie. Wer in unbekannten Sprachen redet, baut damit nur sich selbst auf. Wer aber als Prophet redet, baut die Gemeinde auf. Ich wünschte mir, dass ihr alle in unbekannten Sprachen reden könntet. Noch lieber wäre es mir, wenn ihr als Propheten reden könntet. Wer als Prophet redet, ist bedeutender als derjenige, der in unbekannten Sprachen redet –e s sei denn, er deutet seine Rede auch. Das hilft dann mit, die Gemeinde aufzubauen.
(1. Kor 14,1-5)

Liebe Gemeinde,
„Was mir wichtig ist.“ Ich nehme an, Sie alle kennen diese Rubrik in unserem Gemeindebrief. Hier schreibt jemand aus der Gemeinde über das, was ihm/ihr am Glauben, an Gott, an der Gemeinde wichtig ist. Es ist DER Beitrag im Gemeindebrief, auf den wir im Redaktionsteam die meisten Rückmeldungen kriegen. Ich kann das verstehen, denn ich finde es auch immer total spannend, welche Worte Menschen unserer Gemeinde finden für das, was ihnen wichtig ist. Und ich entdecke darin für mich und meinen Glauben viel Neues.

Jemand aus der Gemeinde findet Worte, die andere Menschen aufbauen, ermutigen, trösten.
Genau darum geht es auch im Predigttext:
„Wer als Prophet redet, spricht zu den Menschen. Er baut die Gemeinde auf, er ermutigt die Menschen und tröstet sie.“
„Prophetisch reden“ – das klingt zugegebenermaßen ein bisschen schräg für unsere Ohren. Hintergrund des Textes ist ein Konflikt in der Gemeinde. Es wurde damals heftig gestritten darüber, wie das beste, das echte Christentum aussehen sollte. Und was ein echter, ein richtiger Christ so alles tun und können sollte. In der Gemeinde gab es die, die sagten das „Reden in unbekannten Sprachen“ sei die beste und wichtigste Begabung eines Christen.
Hier übersetzt die Basisbibel leider ziemlich irreführend. Gemeint ist das „Zungenreden“.
Ich weiß nicht, ob Sie das kennen, in einigen freikirchlichen Gemeinden ist das heute auch noch üblich: Wer sich vom Heiligen Geist ergriffen fühlt, fängt an, in unverständlichen Lauten und Silben zu reden. Ich habe das ein einziges Mal vor vielen Jahren in einer Freikirche in Hamburg erlebt – gegen Ende des Gottesdienstes durften alle, die wollten aufstehen und in Zungen reden. Die Leute standen da, teilweise mit in die Luft gestreckten Armen und redeten unverständliche vor sich hin. Ich fand das… ganz interessant zu beobachten, aber für mich wenig inspirierend. Von daher teile ich hier völlig die Einschätzung von Paulus zur Zungenrede: Gerne, wer will, aber bringt den Zuhörern nicht wirklich was für ihren Glauben.

Zungenrede ist etwas, was zwischen Gott und dem einzelnen Menschen passiert. Das ist auch wichtig, logisch. Da muss ja auch was passieren zwischen uns, wenn ich an Gott glaube. Aber die Gemeinde bringt das nicht vorwärts. Die Menschen, die dasitzen und zuhören, haben davon nichts.
Und das ist ja der Maßstab, den Paulus anlegt: Wie wir von Gott reden, soll der Gemeinde dienen. Oder, wie er am Anfang des Predigttextes sagt: „Bleibt unbeirrt auf dem Weg der Liebe.“ Wie ich von Gott rede, was ich erzähle über meinen Glauben und meine Erfahrungen mit Gott – das muss mich und andere auf dem Weg der Liebe voranbringen.

Die prophetische Rede hingegen findet Paulus uneingeschränkt gut. Das klingt in unseren Ohren auch erstmal seltsam. „Prophetische Rede“… ich bin keine Prophetin und ich vermute, keiner von uns würde das von sich selbst behaupten. Paulus aber geht davon aus, dass wir alle Propheten sein könnten:
„Strebt nach den Gaben, die der Heilige Geist schenkt – vor allem aber danach, als Prophet zu reden.“

Wir sollen alle Propheten sein. Das wird schräg, wenn wir bei Propheten an Wahrsager mit Glaskugel und Tarot-Karten denken. Was wir ja leider im ersten Reflex oft tun. Aber es geht hier natürlich nicht um Jahrmarktspropheten. Die alttestamentlichen Propheten – Eliah, Jesaja, Jeremia und wie sie alle heißen – sind etwas ganz anderes.
„Prophet“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Fürsprecher, Sendbote“. Ein Prophet ist also jemand, der eine Botschaft von Gott überbringt. Und die muss keineswegs in feurigen Buchstaben in den Himmel geschrieben sein oder von einem Engel mit flammendem Schwert überbracht werden. Die Bibel kennt da die ganze Bandbreite. Viele der Propheten waren leise, stille Menschen, Menschen wie du und ich – die einfach nur versucht haben, anderen von ihrem Glauben und ihrem Gott zu erzählen.
Und wenn es damals so was wie einen Gemeindebrief mit der Rubrik „Was mir wichtig ist“ gegeben hätte, hätten die biblischen Propheten das sicher auch für ihre Botschaft genutzt…

Wir alle sollen also prophetisch reden.
Von Gott reden, von dem, was uns am Glauben wichtig ist.
Andere damit ermutigen, aufbauen, trösten.

Das ist jetzt einfach und klar ausgedrückt.
Aber dadurch wird es noch nicht leichter, es auch zu tun.
Ich habe es oft erlebt, wenn ich jemanden angefragt habe, ob er/sie bereit wären, uns das „Was mir wichtig ist“ zu schreiben, dass derjenige erstmal sehr gezögert hat: „Das kann ich nicht, da muss ich drüber nachdenken, dass ich mir zu persönlich…“
Alles klar, alles gut, keiner muss das schreiben.
Aber die Texte, die dann im Endeffekt gedruckt worden, kamen so gut an, haben so viele Menschen erreicht und berührt, dass schon die Frage ist: Sollten wir es uns nicht viel öfter trauen so zu reden?!

Ich erlebe das auch immer wieder im Reli-Unterricht. Ihr Konfis kennt das vielleicht. Wir reden über biblische Geschichten, wir reden über Gerechtigkeit und Umweltschutz.. alles gute und wichtige Themen, die manche Schüler mehr interessieren und manche weniger – aber wenn es dann mal passiert, dass wir darüber reden, was wir glauben – oder wenn sogar vielleicht die Frage kommt: „Was glauben Sie eigentlich, Frau Martiny? Glauben Sie an Gott?“ – dann ist es auf einmal ganz still und alle Ohren und Augen sind weit offen. Und wir reden miteinander wie sonst nie.

Es ist wichtig, dass wir darüber reden, was wir glauben.
Das heißt nicht, dass es einfach ist.
Aber es ist wichtig.

Ich glaube, dass es etwas ist, was wir üben müssen.
Und es ist etwas, was klare Grenzen braucht – eben weil es so persönlich ist.
„Bleibt unbeirrt auf dem Weg der Liebe!“sagt Paulus.

Wie wir miteinander über unseren Glauben und über Gott reden, darf nie lieblos sein, nie unter Druck geschehen, niemals jemanden überfordern.
Ich kann keinen Schüler in meinem Reliunterricht zwingen, mir von seinem Glauben zu erzählen.
Wir können euch Konfis auch in dem Konfijahr nicht dazu zwingen.
Auch hier in der Gemeinde darf das kein Zwang sein, kein Druck.
Aber es könnte ein gutes Ziel sein.
Denn wenn es geschieht, wenn es uns gelingt so miteinander zu reden – dann ist das wertvoll, kostbar für uns alle.

Liebe Gemeinde,
wir sind eine Gemeinde.
Das bedeutet heute etwas anderes als damals in Korinth.
Viel weniger verpflichtend, mit viel weniger Anspruch.
Bei uns gilt: Wer dazu gehören mag, der kommt, wer nicht, der nicht. Wer reden mag, der redet, wer nicht, der nicht.

Aber der Anspruch bleibt: Wir gehören zusammen. Wir sind als christliche Gemeinde füreinander verantwortlich, sollen füreinander einstehen, Gemeinschaft leben und pflegen.
Das ist etwas, von dem ich hoffe, dass ihr Konfis das gespürt habt, grade jetzt im Corona-Konfijahr. Und es ist etwas, was ich unseren Taufbewerbern gerne vermitteln möchte: Dass wir zusammengehören im Glauben. Dass jeder einen Platz bei uns hat. Dass jeder wichtig ist.

Gemeinde zu sein – das gelingt uns nur, wenn wir auch über das reden, was uns wichtig ist. Wie gesagt: Das ist etwas, das man üben kann und üben muss. Nicht jeder von uns ist ein großer Redner. Und nicht jeder von uns muss ein großer Redner sein.
Manchmal braucht es dafür gar nicht die großen Worte. Manchmal reicht ein „Hallo, schön, dass du da bist!“ Oder ein „Ich denke an dich!“ Das kriegen wir wohl alle hin – und auch das kann aufbauen, ermutigen und trösten.

Liebe Gemeinde,
was mir wichtig ist…

Ihr seid mir wichtig.
Mir ist es wichtig, mit Euch zusammen zu reden, zu beten und zu singen.
Mir ist es wichtig, gemeinsam nachzudenken über Gott und die Welt.

Vielleicht ist Euch das auch wichtig.
Vielleicht etwas ganz anderes.
Ich würde es gerne von Euch hören.

Vielleicht mal im Gespräch, vielleicht mal im Gemeindebrief.
Wie es eben passt.
Wie es der Liebe dient.
Amen.



Exaudi (16. Mai 2021)

Predigt über Joh 7,37-39 am Sonntag Exaudi (16.05.2021)
Der Predigttext für heute steht im Johannesevangelium, im 7. Kapitel. Jesus ist mit seinen Jüngern in Jerusalem auf dem Laubhüttenfest:

Am letzten Tag, dem Höhepunkt des Festes, trat Jesus vor die Menschenmenge und rief laut: »Wer Durst hat, soll zu mir kommen. Und es soll trinken, wer an mich glaubt. So sagt es die Heilige Schrift: ›Ströme von lebendigem Wasser werden aus seinem Inneren fließen.‹ « Jesus bezog dies auf den Heiligen Geist. Den sollten die erhalten, die zum Glauben an ihn gekommen waren. Denn der Heilige Geist war noch nicht gekommen, weil Jesus noch nicht in seiner Herrlichkeit sichtbar war. (Joh 7,37-39; Basisbibel)

Liebe Gemeinde,
„Wenn jemand Durst hat, soll er zu mir kommen und trinken.“ sagt Jesus.
Wir müssen heutzutage eigentlich keinen Durst leiden. Wer Durst hat, holt sich halt schnell einen Kaffee beim Dreher oder eine Apfelschorle beim Edeka. Notfalls kann man bei uns in Deutschland ja auch einfach aus dem Wasserhahn trinken. Alles kein Problem.

Und trotzdem schleppen ziemlich viele Menschen eigentlich dauernd eine Flasche oder eine Thermoskanne mit einem Getränk mit sich rum.
Da geht es natürlich um mehr als den rein körperlichen Durst. Es geht darum, dass die eigenen Bedürfnisse zuverlässig gestillt werden sollen. Das Bedürfnis nach etwas zu Trinken – aber eben auch die Bedürfnisse nach dem richtigen Trinken zur der richtigen Zeit. Also das Bedürfnis nach Gesundheit, nach Sich-Wohl-Fühlen, nach Genuss, nach Selbstfürsorge… und so weiter.
So eine Wasserflasche kann ziemlich viele Bedürfnisse stillen.

Und wenn Jesus jetzt sagt: „Wenn jemand Durst hat, soll er zu mir kommen und trinken.“ stellt sich natürlich die Frage: Welche Bedürfnisse kann er stillen? Was brauchen wir, was er uns geben kann?

Der Predigttext heute stellt uns vor die Frage: Was brauchen wir wirklich zum Leben?
Wir sind hier in Deutschland im 21. Jahrhundert in der bequemen Situation, dass wir uns um Essen in Trinken keine Sorgen machen müssen. Aber um wirklich Leben zu können, brauchen wir mehr als einen gut gefüllten Kühlschrank und einen Wasserhahn, aus dem Wasser in Trinkwasserqualität fließt.
Das ist keine neue Erkenntnis.

Aber eine, die uns Menschen offenbar immer wieder schwer fällt.
Da wird gehortet und gegeizt und gespart an Geld und Besitz.
Noch mehr haben, noch mehr machen, können, dürfen… und trotzdem bleibt unser Durst, unsere oft unklare Sehnsucht nach irgendwas, nach Leben, nach Glück, nach Sinn…

Was brauche ich zum Leben?
Damit wir darauf eine Antwort finde, ist wichtig, dass wir uns diese Frage ehrlich stellen.
Nicht nur an der Oberfläche – keine Antwort im Sinne von:
Noch mehr schicke Kleider, noch mehr gutes Essen, noch mehr Was-Auch-immer.

Was brauche ich zum Leben?
Wenn ich darüber nachdenke, merke ich, dass es gar nicht so einfach, dem auf die Spur zu kommen.
Und für Sie alle fällt die Antwort sicher auch ganz anders aus als für mich.
Was wir brauchen, ist so verschieden.
Der eine braucht vielleicht nach 15 Monaten Pandemie vor allem Nähe.
Der andere das Gefühl, dass das Leben größer ist als die eigenen vier Wände.
Der dritte braucht vielleicht die Zusicherung, dass es irgendwie gut weitergeht.

Ich persönlich könnte mal eine Pause von dem dauernden Chaos gebrauchen, einfach mal 3-4 Wochen, in denen sich nicht ununterbrochen alles ändert und dauern neue Maßnahmen oder Regeln gelten. Aber auch das ist ja nur ein vordergründiges Bedürfnis. Wenn ich genauer darüber nachdenke, dann steckt dahinter zweierlei: Das Bedürfnis nach Ruhe und Entspannung – das nach über einem Jahr Chaos ziemlich groß ist. Und das Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit: Zuverlässige Pläne machen können; selber entscheiden, wie und mit wie vielen Menschen ich meine Zeit verbringe; einfach mal wieder meine Arbeit machen können… Das sind so Vorstellungen, die grade einen großen Durst in mir wecken.
Was brauche ich zum Leben?
Jesus sagt: „Wenn jemand Durst hat, soll er zu mir kommen und trinken.“
Das heißt: Ihr braucht mich.
Zum echten, erfüllten Leben braucht ihr das, was ich euch gebe.
Die Sehnsucht nach Nähe – die kann Jesus stillen: „Siehe, ich bin bei Euch bis an der Welt Ende.“
Die Sehnsucht nach Weite und Freiheit: „Gott, du stellst unsere Füße auf weiten Raum.“
Und der Durst nach Sicherheit und Ruhe: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“
Jesus hat sehr genau im Blick, was wir Menschen brauchen. Und er bietet es uns an.

Trotzdem würde ich mal behaupten, dass mehr Menschen mit einer Wasserflasche in der Tasche rumlaufen als mit einer Bibel.
Es scheint so viel leichter zu sein, die vordergründigen Bedürfnisse zu stillen und die echten Bedürfnisse nicht in Angriff zu nehmen. Das ist schade. Und es ist sehr kurzfristig gedacht.

Aber es ist ja auch eine heftige Frage, wenn ich sie ernst nehme:
Was brauche ich zum Leben?
Das kann ganz schön weh tun, darauf eine ehrliche Antwort zu finden.
Weil ich mir klar machen muss, was in meinem Leben fehlt.
Und weil dazu auch gehört, mir einzugestehen, was ich falsch gemacht habe.
Wo ich mich selbst und meine echten Bedürfnisse verleugnet habe.
Wo ich übersehen habe, was grade wichtig ist und was nötig ist.
Wo ich mich selbst komplett falsch eingeschätzt habe.

Das, was Jesus anbietet, ist nicht so einfach wie morgens beim Aus-dem-Haus-gehen schnell eine Thermoskanne mit Tee einpacken. Es erfordert deutlich mehr Nachdenken über mich und mein Leben.

Was ja aber auch logisch ist – denn immerhin bietet Jesus uns hier nicht nur einen schnellen Schluck Wasser an, sondern das „Wasser des Lebens“.

Ich wäre grade oft froh, es wäre einfacher. Es wäre schön, es gäbe eine Patentlösung für mich und für uns alle. Eine einfache Gebrauchsanweisung. So wie die Gesundheitsapostel sie im Netz liefern: 1,5 – 2,5 Liter Wasser am Tag kontinuierlich in kleinen Schlucken über den Tag verteilt…

Den Gefallen tut uns Jesus leider nicht.
Er gibt als Anweisung nur: „Wenn jemand Durst hat, soll er zu mir kommen und trinken.“
Zu ihm kommen – das ist alles, was wir befolgen sollen.
Nicht sehr präzise.
Aber ein Weg.
Ein Weg, den wir gehen können.
Ein Weg, den wir gehen müssen, wenn wir unseren Durst nach Leben stillen wollen.

Klar bei diesem Weg sind nur zwei Dinge:

Das Ziel – nämlich Jesus.
Und: Wir gehen nicht allein.

Das Bild vom Wasser, dass Jesus uns anbieten, wird im Predigttext ja noch weitergeführt:
„Jeder, der an mich glaubt, so sagt es die Heilige Schrift: Ströme von lebendigem Wasser werden aus seinem Inneren fließen.“

Es geht nicht nur um mich.

Das ist ein wichtiger Punkt, der manchmal ganz gerne übersehen wird. So, wie jeder seine Wasserflasche mit sich rumschleppt, damit sein Trinkbedürfnis sofort gestillt werden kann. So wird oft von Kirche und Gemeinde und Glauben erwartet, dass sie zuallererst dazu da sind, das eigene Bedürfnis zu stillen. Wellnesschristentum halt. Hauptsache, mir geht es gut.

So ist das hier aber nicht. Das Wasser des Lebens, das Jesus uns anbietet, gehört uns nicht – wir sollen es weitergeben.

Das Bild gefällt mir dafür, wie ich als Christin leben will und wie ich mir wünsche, dass wir als Gemeinde miteinander leben:
Aufmerksam auf unsere eigenen Bedürfnisse – was brauche ich jetzt grade von Jesus?
Aber auch durchlässig für das, was er uns gibt.
Das, was wir bekommen, weitergeben – mit vollen Händen austeilen.

Und das macht dann mir und jedem von uns den Weg zu Jesus auch leichter.
Denn dann ist da auf einmal ganz viel da vom Wasser des Lebens.
Ganze Ströme.
Wenn wir uns gegenseitig weitergeben, was wir haben – uns helfen und zuhören und trösten und unterstützen – dann ist der Weg für den einzelnen nicht mehr ganz so weit und mühsam.
Dann haben wir alle ein Chance, zum Wasser des Lebens zu kommen.
Amen.